Löffelschnitzer

Kuriositäten

Der Mann mit dem Löffel, 2021, Bildhauer Christoph Sprute, Bremen (https://www.christophsprute.de/). Bei der 27cm hohen Arbeit könnte es sich um einen der Heringsfischer aus Vegesack handeln (siehe dazu  Heringslöffel auf dieser Seite). Um der Figur auch das richtige Aussehen als Fischer zu geben, besorgte ich mir einige winzig kleine Pudelmützen. Ich bekam 10 Stück in allen Farben, nicht viel größer als ein Fingerhut.

Die Dienstboten: Bis zum Jahre 1912 war Maria Lichtmess am 02. Februar gesetzlicher Feiertag in Österreich. An diesem Tage endete traditionell die Weihnachtszeit – 40 Tage nach der Geburt Christi.

Daneben erhielten an diesem Tag die Dienstboten und Knechte ihren Jahreslohn und sie durften den Arbeitsplatz wechseln. Wer früher seinen Arbeitsplatz verlassen hatte, verlor den Lohn insgesamt.

Wer an Maria Lichtmess noch keinen neuen Dienstherren hatte, steckte seinen Holzlöffel hinten an seinen Hut. Dies war das Zeichen dafür, dass der Träger noch arbeitssuchend war. Wie Frauen diesen Umstand zur Kenntnis brachten, wird nicht berichtet.

Die Löffelritter: Die Löffelgesellschaft bekannt als Orden vom Löffel wurde um 1525 von 60 Adeligen in der Schweiz gegründet. Ziel war sich von Karl III loszusagen, was allerdings nicht gelang. Schließlich wollte man die Republik Genf politisch unterwandern und „auslöffeln“. Dieses Ziel war Anlass für das Erkennungszeichen eines hölzernen Löffels am Hut. Außerdem trug man ein weißes Hemd über der Rüstung mit dem Bild eines Löffels. Im Ergebnis ließ sich Genf aber nicht „auslöffeln“, auch wenn diese Rittergemeinschaft schließlich über 3.000 Mitglieder verfügte.

Meine Erfahrungen mit der DHL beim Versenden von Päckchen nach Berlin sind die schlechtesten. Immer wieder verschwanden trotz Sendungsverfolgung von mir versandte Päckchen und auch Briefe im Nirwana. Sehr ärgerlich.
Am Montag versuchte ich nun einen Löffel an eine Freundin in Berlin zu versenden. Ein kleines handliches Päckchen mit jeder Menge Verpackungsmaterial und praktisch keinerlei Gewicht. Ein Windstoß hätte dieses vom Band fegen können. Am Donnerstag war es immer noch nicht in Berlin eingetroffen und ich hatte den Löffel schon verloren gegeben und mich innerlich von dem Buchsbaumlöffel Nr. 693 verabschiedet. Das wollte die Freundin nicht glauben und tatsächlich traf dann am Freitag das Päckchen doch noch bei ihr ein. Sie schrieb dazu:                                                  
„Lieber Pessimist,
das Paket ist angekommen. Der Löffel ist so wunderschön!!!!! Vielen Dank, ein echter Handschmeichler, wunderschöne Form, das helle glatte, geschwungene Holz – er ist perfekt. Die richtige Größe und dann noch signiert.Ein echter Wesemann. Ich bin gerührt und freue mich auf den Text., den lese ich abends. 1000 Dank und liebe Grüße -Cathrin“                                           
                                                                                
Foto rechts: Cathrin Bach, Berlin

Bronze, 1926/27, Skulptur von Alberto Giacometti  im Museum Louisiana, Kopenhagen.

Diese Skulptur ist das Hauptwerk der von afrikanischer und anderer Stammeskunst inspirierten Werkgruppe von 1925/27. Die mächtige Löffelform erinnert an urtümliche Fruchtbarkeitsidole und Löffel afrikanischer Stammeskulturen von Menschengestalt.

Ein großer Löffel vor der historischen Hütte des Löffelschnitzers im Freilichtmuseum in Riga, Lettland - Danke Herbert für das Foto!

Löffelensemble im Museum in Grassi, Italien

Ein Löffel von mir beim Freund im Einsatz

Ein Teil meiner Werkzeuge

Mein Werkverzeichnis, inzwischen auf 8 Bände gewachsen

Freunde baten mich von Anfang an zu dokumentieren, wann ich welchen Löffel aus welchem Material und welcher Herkunft sowie der vielleicht dahinter steckenden Geschichte aufzuschreiben. Daraus sind inzwischen 8 Din A4 Bände geworden, auch wenn ich zugeben muss, dass ich zeitweise auch aufgrund meiner beruflichen Belastung das Verzeichnis sehr vernachlässigt hatte. Insgesamt sind dort bis heute (01.08.2022) 689 Löffel dokumentiert.
Auch mir zugetragene Geschichten über Löffel oder deren Gebrauch haben Eingang in das Verzeichnis gefunden. Einige dieser Geschichten findet ihr auch auf dieser homepage.

Der eycatcher aus Pappmaschee, stammt aus dem Wagenfeldmuseum zur Zeit der Löffelausstellung von Herrmann Jünger

Es klappt nicht immer, manchmal muss ich auch aufgeben

In Stein habe ich mich auch mal versucht, ist mein Grabstein geworden.

Der „Alte Fritz“ und der fehlende Löffel

Der „Alte Fritz“ ärgerte gerne den Reitergeneral Ziethen bei den unterschiedlichsten Begebenheiten. Ziethen war nicht auf den Mund gefallen und hatte wenig Respekt vor den Majestäten. Aus einer dieser Begebenheiten wird berichtet, dass der General beim König zum Essen eingeladen war. Der König verfügte, dass für Ziethen kein Löffel zur Suppe eingedeckt wurde. Als dann die Suppe kam, soll er zu Ziethen gesagt haben: „Nun lange er zu, aber ein Hundsfott ist, wer heute nicht seine Suppe aufisst.“

Aber Ziethen ließ sich nicht provozieren und schnitzte sich aus einem Brotkante einen Löffel, mit dem er die Suppe aß. Nachdem er seine Suppe aufgegessen hatte, soll er fröhlich lächelnd geäußert haben, mit der Suppe sei er fertig: „Aber ein Hundsfott ist, wer nicht auch seinen Löffel aufisst!“ und verspeiste gelassen seinen Löffel.

Das Wort Löffel in verschiedenen Sprachen